| Werkausgaben |
| Instrumentalschulen und Unterrichtsliteratur |
| Kammeropern |
| Orpheus – der klingende Opernführer |
| Musikbücher, Wissenschaftliche Publikationen |
| Schnellsuche |

© 2009
G. Ricordi & Co. München
| Freitag, 27.08.2010 | Kategorie: Aktuelle Meldungen |
|---|---|
Meldungen September |
|
|
Uraufführungen, Premieren, Aufführungstermine, News... |
|
Neue Inszenierung von Heiner Goebbels’ "Walden" bei der Berner Biennale"Walden" von Heiner Goebbels, das sind musikalische Skizzen zu dem gleichnamigen Roman des Naturalisten Henry David Thoreau. Thoreau, der als Urvater des Modern Environmentalism und des zivilen Ungehorsams gilt, propagierte nach seinem zweijährigen Rückzug in eine selbstgebaute Holzhütte an den Ufern des Walden-Pond, der in den Wäldern von Concord (Massachusetts) liegt, einen radikalen, einsamen, spartanischen Individualismus, der sich nur dem Einklang mit der Natur verpflichtet. Die musikalische Umsetzung von Thoreaus "Walden", die Heiner Goebbels 1998 für das Ensemble Modern komponierte, kann als Gegenstück zu den urbanen Bildern seines früheren Werkes "Surrogate Cities" verstanden werden. Für die neue Version von "Walden", die an der Biennale Bern zu sehen ist, arbeitete Goebbels eng mit dem Ensemble Klang zusammen sowie mit Keir Neuringer als Erzähler. "Walden" ist ein räumlich-visuelles Klang-Konglomerat, eine szenische Séance, die sich in vielgestaltigen Arrangements Thoreaus Erleben einer transzendentalen Waldeinsamkeit widmet. (Text: Biennale Bern) Musik: Ensemble Klang, Erzähler: Keir Neuringer Dai Fujikura erhält ExxonMobil Music Award 2010Der 33jährige Dai Fujikura – bereits mehrfach ausgezeichneter Komponist – wurde zum Preisträger der 40. ExxonMobil Music Awards gewählt. Dieser Preis wird in Japan seit 1971 vergeben, mit dem Ziel, „to encourage promising young musicians who would present future music activities in Japan“. In der Begründung der Jury heißt es: „Mr. Fujikura, Dai, whose musical activities are based in England, is a leading figure among the younger generation of composers (…) His innovative music which exudes an inspired beauty along with a positive vitality, contains a wealth of unknown possibilities for bringing new joy and excitement to modern audiences.” Am 28. Oktober erhält Dai Fujiukra ein Preisgeld von 2 Millionen Yen. – Herzlichen Glückwunsch!! Erst- und Uraufführung von Dai Fujikura„Seitdem ich 2008 ein Klavierkonzert komponiert habe, versuche ich, die Beziehungen zwischen perkussiven und anhaltenden Klängen zu sondieren.“ Mit diesen Worten benennt Dai Fujikura ein zentrales Merkmal seines musikalisch-klanglichen Denkens. Dabei findet der 1977 im japanischen Osaka geborene Komponist, der im Alter von 15 Jahren nach London übersiedelte, stets zu anderen Lösungen. Das äußert sich auch in "away we play" für drei Frauenstimmen, das am 10. September durch das Juice Vocal Ensemble beim Vale of Glamorgan Festival in Wales uraufgeführt wird: Hier wird der perkussive Klangcharakter durch „super kurzes Staccato“ erreicht. Zudem reflektiert das Werk einen Text von Harry Ross, womit Fujikura an das kürzlich uraufgeführte love excerpt von 2009 anknüpft. In "Mirrors" von 2010 für sechs Celli, das am 3. September beim Lucerne Festival seine Schweizer Erstaufführung erfährt, arbeitet Fujikura hingegen mit ausgeprägten Pizzicato- und Arco-Kontrasten. „Manchmal ist der Spiegel verkehrt, als ob das musikalische Material ein Spiegelhaus auf dem Rummelplatz betreten hätte“, erklärt hierzu Fujikura. Das Werk wurde von dem Chicago Symphony Orchestra in Auftrag gegeben. Uraufführung eines neuen Orchesterstücks von Robert HP Platz.Der Komponist beschreibt "Blau, See" folgendermaßen: „Orchesterminiaturen (Blau) kleinster, zunächst hart aneinandergeschnittener Gesten, zunehmend in weichen Blenden ineinanderwachsend. Fragmentierte Szenen als Echo auf Vergangenes, Vorausahnung des Kommenden. Vertiefung des Raumes, ein Englisch Horn hinter der Szene (See) als ferner Ruf, als Ankündigung, Versprechen.“ Das Auftragswerk des Philharmonischen Orchesters Cottbus wird am 17.9.2010 im Staatstheater Cottbus unter der Leitung von Ewan Christ uraufgeführt. Neue Version von Liza Lims "Invisibility"Das Straßburger Ensemble LINEA wird am 18.9.2010 unter der Leitung von Jean-Philippe Wurtz Liza Lims neuestes Werk in Royaumont uraufführen. „Buwayak“ ist für Flöte, Klarinette, Trompete, Violoncello und Schlagzeug gesetzt. Darin lotet die Komponistin neue Möglichkeiten des Materials aus, mit dem sie bereits beim Solo-Cellostück „Invisibility“ (2009) und dem drauf folgenden Orchesterwerk „Pearl, Ochre, Hair String“ (2010) arbeitete. „Invisibility draws inspiration from Aboriginal art, particularly the the use of ‘shimmer’ effects to reveal the simultaneity of past, present and future spiritual reality.The piece demands two bows, one standard, the other a ‘guiro’ bow of Lim’s devising, in which the bow hairs are twisted round the wood of the bow, like a damper spring. This gives the sound across the string an irregular, serrated effect, rather like the cross-hatchings of Aboriginal art.” (Tim Rutherford-Johnson in Kings Place, 8 February 2010) Poppe: "Salz" in NorwegenWenn für Enno Poppe das Ensemblestück die „Sinfonie des ausgehenden 20. Jahrhunderts” ist, so befragt seine Komposition "Salz" diese Gattung in besonderer Weise. Mit dem Werk für neun Instrumentalisten, das im Auftrag der Salzburger Festspiele entstanden ist und dort 2005 uraufgeführt wurde, konnte sich der Sauerländer endgültig international etablieren. Nun leitet Poppe am 9. September in Oslo die norwegische Erstaufführung. „Salz besteht aus 125 Steigerungen – Wellen, die in Wellen angeordnet sind”, erklärt Poppe. „Dabei wird alles allmählich immer schneller und lauter. Das Stück droht 125 Mal ins Chaos zu versinken. Die Ordnung selbst führt das herbei.” Der Klang des Werks wird maßgeblich durch eine zweiunddreißigstel-tönige Hammondorgel geprägt. Bei der norwegischen Erstaufführung ist das Ensemble Mosaik zu hören. Eötvös: Neufassung von "Atlantis"Mit dem gesamtkunstwerklich und klangräumlich gedachten "Atlantis", das von einem Gedicht des ungarischen Surrealisten Sándor Weöres inspiriert ist, schuf Peter Eötvös 1995 ein Meisterwerk wahrnehmungspsychologischer Exegese. Beim diesjährigen Musica Festival in Straßburg gelangt am 24. September eine Neufassung für Knabensopran, Bariton, Zymbalon und Orchester zur Uraufführung. Dabei wurde Episode B des dritten Teils neu komponiert: Das Werk besteht aus drei Hauptteilen, wobei der letzte nach Episoden geordnet ist. Sonst aber sind die räumliche Aufteilung der Instrumentalisten (vor allem der zehn Schlagzeuger) sowie die Klangerfindungen identisch. Weiterhin spielt die Zahl Fünf eine besondere Rolle: Zu hören sind fünf Holzbläser, fünf Trompeten, fünf Posaunen, vier Saxophone und ein Flügelhorn, zwei E-Klaviere, zwei Harfen und eine Bassgitarre, sowie drei Synthesizer und ein Solistenduo (Zymbalon und Bariton). Die zehn Schlagzeuger und zwei Streichquintette stehen für die fünf Zwillinge Poseidons und Kleitos (die zehn Könige von Atlantis). Bei der Uraufführung der Neufassung von "Atlantis" leitet Pascal Rophé das Orchestre Philharmonique de Radio France. Christian Miedl übernimmt die Bariton-Partie, am Zymbalon ist Cyril Dupuy zu erleben. Uraufführung von Thomas LauckKaum ein anderer Komponist beschäftigt sich derart vielfältig mit der Frage nach der Würdigung des Einzeltons und seiner Resonanz wie Thomas Lauck. Für den 1943 geborenen Augenarzt und Komponisten ist das Verlöschen eines Tons eine klangliche Tragödie, der Einzelklang wird jeweils als Persönlichkeit behandelt. Diese Arbeitsweise findet in seiner "Kurzen Reise" von 2009/10 eine Neubefragung. Als „Hommage an die Basler Fasnacht” ist das achtminütige Werk untertitelt, die Uraufführung ist am 24. September in Freiburg. Lauck selbst spricht von einem „Solo für Flauto piccolo mit Hi-Hat und Pedaltrommel”. Tatsächlich spielt das Schlagwerk in Laucks Schaffen eine zentrale Rolle: Als „Diminuendo”-Instrument steht es nämlich sinnbildlich für die Nicht-Verlängerbarkeit des Tons, und das Verlöschen des Klangs wohnt der Klanggeburt bereits inne. So reflektiert auch die neue Klangskulptur von Lauck zutiefst existenzielle Fragestellungen, die um Werden, Sein und Vergehen kreisen. Die Uraufführung von "Kurze Reise" gestaltet das Ensemble Aventure. [zurück zu: Aktuelle Meldungen] |
|