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Meldungen Archiv 2010

Meldungen April 2010


Heiner Goebbels erhält den „Kunstpreis Rheinland-Pfalz” 2010

Zur Anerkennung hervorragender Leistungen auf den Gebieten von bildender Kunst, Literatur, Musik, darstellender Künste und Film wird der Kunstpreis Rheinland-Pfalz seit 1956 verliehen. Preisträger im Jahr 2010 ist der 1952 in Neustadt an der Weinstraße geborene Heiner Goebbels, dessen Musiktheaterwerke "Schwarz auf Weiß" (1995/96), "...même soir.- (...am selben Abend.-) (2000), "Landschaft mit entfernten Verwandten" (2002), "I went to the house but did not enter" (2007/08) neben vielen weiteren Werken bei Ricordi München erschienen sind. Gewürdigt wird damit die genreübergreifende Arbeit des Musikers, Komponisten und Regisseurs, dessen oftmals multimedialen Konzepte „sowohl den tradierten Rahmen der Konzertmusik als auch des herkömmlichen Theaters” sprengten.

Dai Fujikura: Fluid Calligraphy

Im Rahmen des Internationalen Werkstattfestivals "Forum neuer Musik” findet am 10. April im Kammermusiksaal des DLF in Köln die Uraufführung von "Fluid Calligraphy" (2010) von Dai Fujikura statt. Es ist ein Stück für Violine solo und optionales Video von Tomoya Yamaguchi. Die Interpretin ist Barbara Lüneburg. Dasselbe Konzert mit dem Titel "Flux" wird am 17. April im ZKM in Karlsruhe wiederholt.

Gerhard Stäbler: A Duo

Am 15. April erfolgt in Bielefeld die Uraufführung von "A Duo" (2010) für Klarinette und Klavier von Gerhard Stäbler. Die Interpreten sind Lajos Rozmán, Klarinette und Martin Tchiba, Klavier. Zwei Tage nach der Uraufführung (Rudolf-Oetker-Halle, Kleiner Saal), findet eine Folgeaufführung in der Düsseldorfer Tonhalle statt.

Samir Odeh-Tamimi: Cihangir

Am 16. April erfolgt in Istanbul in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut die türkische Erstaufführung eines Werkes von Samir Odeh-Tamimi: "Cihangir" (2008) für Kammerensemble. Alejo Pérez leitet das Ensemble Modern, das zusammen mit dem Siemens Arts Program das Projekt "into..." ins Leben gerufen hatte. "Cihangir" stellt eine kompositorische Annäherung des Komponisten an die Metropole Istanbul dar, die er 2008 einen Monat lang besuchen konnte.

Fabien Lévy: à peu près de

Am 23. April ist Fabien Lévy beim Festival "Totally Trumpet" in Berlin vertreten. Markus Schwind und Lukasz Gothszalk spielen die Uraufführung von "à peu près de" (2010) für zwei Trompeten. Der besondere Reiz liegt in der Besetzung des Werkes mit je einer C- und einer B-Trompete. Es sind also spannende Annäherungen zu erwarten: "Peu à peu, près de toi, à peu près, peu après, de peu, de près, à deux, après, prêt."

Samir Odeh-Tamimi: Madjnun II

"Madjnun II" für Männerchor und Blockflöte wird am 25. April im Rahmen der Kölner Ruhrtriennale durch Jeremias Schwarzer (Blockflöte) und den WDR-Rundfunkchor unter der Leitung von Rupert Huber uraufgeführt. Titelgebend für dieses Schwesterstück zu "Madjnun" für Blockflöte und Streichorchester ist die Figur des Madschnun (zu deutsch "Der Besessene") aus dem Märchen "Leila und Madschnun", wie es der persische Dichter Nizami um 1200 niedergeschrieben hat. Das vom WDR präsentierte Konzert "Heimat in der Ferne" zeigt mögliche Annäherungen unterschiedlicher Kulturen in gegenseitiger Wertschätzung und Akzeptanz, wobei sich die Musik von Odeh-Tamimi – gebürtiger Palästinenser und seit mehr als 10 Jahren in Deutschland ansässig – selbst sich im Spannungsfeld zwischen arabischer und europäischer Musikkultur bewegt. Ort: Funkhaus des WDR, Wallrafplatz, Köln.

Besetzung: Ganassi Tblfl (in ). Bblfl (in F). / Männerchor (6 T. 6 Bar. 6 B.) mit Schlagzeug

Enno Poppe: Speicher I

Mit "Speicher I" legt Enno Poppe den ersten Teil eines auf sechs Stücke angelegten Ensemblezyklus’ vor, der bis Herbst 2012 im Auftrag mehrerer hochkarätiger Ensembles seine Vollendung finden soll. "Speicher I" für großes Ensemble legte Poppe eine achttönige Dreiviertelton-Skala zugrunde. Diese Skala ergibt gemeinsam mit zwei vierteltönigen Transpositionen den kompletten vierteltönigen Tonraum. Die Uraufführung dieser gut viertelstündigen Komposition ist am 25. April im Rahmen der Wittener Tage für Neue Kammermusik zu erleben. Das Klangforum Wien spielt unter der Leitung von Beat Furrer. Eine Folgeaufführung ist für den nächsten Tag im Wiener Konzerthaus angesetzt.

Besetzung: 2. 1. 2. Sax. 1. /  1. 1. 1. 0. / 2 Schlzg. Klav. Akk. / 2. 0. 2. 2. 1. / Dauer: ca. 16 min.

Dai Fujikura. ICE

Ein neues Kammermusikwerk des in London lebenden japanischen Komponisten Dai Fujikura wird am 27. April in New York uraufgeführt: "ICE” (2009/2010) für Kammerensemble (2. 1. 1.1. / 0. 0. 0. 0. / Schlzg. Git / 1. 0. 1. 1. 1.).

Das etwa viertelstündige Stück wird vom I.C.E. Ensemble unter der Leitung von Matthias Pintscher interpretiert. Konzertsaal: Poisson Rouge, New York, USA. Es handelt sich um ein gemeinsames Auftragswerk der Barlow Endowment for Music Composition an der Brigham Young University und dem International Contemporary Ensemble (ICE). Im selben Konzert findet die amerikanische Erstaufführung des Klavierstückes "returning" (2006) von Fujikura statt. Interpret ist der Pianist Cory Smythe.

Rolf Riehm: aprikosenbäume gibt es, aprikosenbäume gibt es

Am 27. April widmet sich das Ensemble Modern in der Reihe "Happy New Ears" dem Komponisten Rolf Riehm. Dessen Hörtheater "aprikosenbäume gibt es, aprikosenbäume gibt es" besteht aus instrumentaler Musik und elektronischen Zuspielungen, die Riehm beschreibt als ein "Gewirr aus Poesie und Verlautbarungen, aus texturalen Ketten, die rhizomartig mit Bedeutung durchwirkt sind, aus gefügigen Formgenügsamkeiten, oftmals einhergehend mit geradezu düpierender lexematischer Unbekümmertheit." Neben Violine, Trompete, Violoncello und Posaune tritt vor allem die solistische Kontrabassklarinette hervor – hier gespielt von Nina Jansen. Das Zuspielband erarbeitete der Komponist mit der dänischen Dichterin Inger Christensen, die aus ihrem eigenen Gedicht "alfabet" rezitiert.

Heiner Goebbels: "I went to the house but did not enter"

"I went to the house but did not enter" nennt Heiner Goebbels sein "inszeniertes Konzert” für vier Männerstimmen, das 2008 seine Uraufführung beim Edinburgh International Festival feierte. Damals wurde die Produktion mit dem Hilliard Ensemble frenetisch gefeiert. Seither befindet sich diese Komposition und Regiearbeit von Heiner Goebbels auf weltweiter Tournee. Die nächsten Aufführungen finden am 28., 29., 30.4. und 1.5. im Londonder Barbican Theatre statt. Die drei Tableaux beruhen auf Texten von vier Schriftstellergrößen des 20. Jahrhunderts: T.S. Eliot, Maurice Blanchot, Franz Kafka und Samuel Beckett.

KLANG! in Hamburg mit Aperghis-Schwerpunkt

Der griechische Komponist Georges Aperghis ist 'Composer in Residence' von KLANG! für die Saison 2009/2010

Das Hamburger Projekt KLANG! wird durch das Netzwerk Neue Musik gefördert und will die innovative Vermittlung Neuer Musik in der Hansestadt stärken.

Der in Frankreich lebende griechische Komponist Georges Aperghis, Sohn des Bildhauers Achille Aperghis und der Malerin Irène Aperghis, bildete sich weitgehend autodidaktisch als Maler und Komponist aus.

Georges Aperghis wurde 1945 in Athen geboren. Er lebt und arbeitet seit 1963 in Paris und teilt sein Leben zwischen seiner rein kompositorischen Arbeit und dem „théâtre musical”, als dessen aktivster und dauerhaftester Vertreter er gilt. 1976 gründete er das „Atelier Théâtre et Musique” (ATEM), das seinen Sitz bis 1991 in Bagnolet hatte und seither am „Théâtre Nanterre-Amendiers” beheimatet ist. Mit dieser äußeren Struktur erneuerte er von Grund auf auch seine kompositorische Praxis: In ständiger Zusammenarbeit mit Musikern und Schauspieler-Sängern entwickelt er nach und nach während der Proben szenische Spiele, die vom Alltagsleben, von sozialen Fakten, in poetische – oft satirische oder absurde Welten transportiert sind. Alle Dimensionen der Komposition (vokale, instrumentale, gestische, szenische) werden auf gleicher Ebene behandelt und tragen – zusätzlich zu den vorher existierenden Texten – zur Dramaturgie des jeweiligen Schauspiels bei.

Daneben aber blieb er der Kammer- und Orchestermusik treu. Er komponierte eine Reihe von Werken für Instrumente oder Stimme allein, meist für Interpreten, die ihm nahe stehen. Oft fließen auch in diese Stücke theatralische Momente ein. Dazu kommt die Oper, die bei Aperghis als eine Synthese beider Pole betrachtet werden muss: Hier der Text als bestimmendes und befruchtendes Element, dort die Stimme als Hauptträger des Ausdrucks.

www.aperghis.com

Veranstaltungen mit Musik von Georges Aperghis:

01.05.2010, 15.00 Uhr
blurred edges: past echoes, future schocks
Ensemble Effusions: J. Hymer (Klavier), M. Lemke-Kern (Sopran), E. Nowicka (Violine) und M. Fermé (Blockflöten).
Werke von P. Köszeghy, M. Maierhof, E. Nowicka, W.A. Schulz, G. Hajdu, V. Dinescu, S. Lemke, D. Fujikawa und G. Aperghis.
GEDOK

Eintritt frei

02.05.2010, 16.00 Uhr
blurred edges/Bunkerrauschen: Gesichter neuer Musik – Aperghis und Yun
F. Aulbert (voice), M. Gonschorek (flute), Y. Quenel (piano) spielen G. Aperghis und Isang Yun.
Außerdem: Gespräch mit Georges Aperghis, Michael Petermann und Reinhard Flender (Moderation).
Weisser Rausch im Medienbunker

Eintritt: 15,20 (ermäßigt 9,70)

02.05.2010, 20.00 Uhr
blurred edges/INITIATIVE 21: Ensemble Resonanz spielt Curran, Aperghis, Gerszewski
G. Aperghis: „Profils“ für Cello und Zarb (Percussion: M. Kaul), „Rasch“ für Violine und Viola
N. Gerszewski: „Ordinary Music Vol. 16: String Quartet
A. Curran: „VSTO“ (Stringquartet)
Komponistengespräch um 19.30 mit Michel Chevalier (Leitung)
Fabrik im Gängeviertel

Eintritt frei (Spenden erwünscht)

14.05.2010, 19.30 Uhr
blurred edges: Forum Neue Musik
Solo Voice
F. Aulbert (Stimme) mit Klassikern der Avantgarde von L. Berio, L. Nono, G. Scelsi, G. Aperghis, C. Berberian u.a.
Christianskirche Ottensen

Eintritt: 10,- (ermäßigt 8,-)

16.05.2010, 12.00 Uhr
KLANG!-Container: klassisch-modern / Solo Voice
Frauke Aulbert – koloratursouprettige Multivokalistin mit Werken von Luciano Berio, Sofia Gubaidulina, Georges Aperghis und Cathy Berberian
KLANG!-Container vor den Deichtorhallen

Eintritt frei

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