G. Ricordi & Co. Bühnen- und Musikverlag GmbH München

Schnellsuche
Go!
Willkommen auf der Homepage der Verlage

RICORDI München
Rob. Forberg Musikverlag Tre Media Musikverlage


Wir vertreten darüber hinaus die Verlage der

Universal Music Publishing Classical


Impressum/Kontakt

© 2010
G. Ricordi & Co. München


Diese Seite befindet sich im Aufbau, daher sind noch nicht alle Inhalte verfügbar.

Für Informationen zu den zeitgenössischen Komponisten bei Ricordi klicken Sie hier.

Meldungen Archiv 2011

Meldungen Februar 2011

• Uraufführungen von Dai Fujikura in London und Caracas

• Sergej Newskis 3. Streichquartett auf Tournee

• Enno Poppe: Finnische Erstaufführungen

• Gewohnt Ungewohntes von Nikolaus Brass

• Morphologische Superlative: Jorge E. López’ Dome Peak in Essen

• Garten der Erkenntnis von Samir Odeh-Tamimi

• Mystik und Radikalität – Klaus Hubers „Kleines Requiem für Heinrich Böll” in Hannover


Uraufführungen von Dai Fujikura in London und Caracas

Foto: Ai Ueda

Der japanische Komponist Dai Fujikura sagt von sich selbst, dass er in hohem Maße von der Ästhetik des Films beeinflusst ist. Meist liegen seinen Kompositionen Szenarien zugrunde, Skripten im Film vergleichbar, die er dann mit kompositorischen Mitteln in Klang umsetzt. Für sein zweites Streichquartett geht Fujikura von der Vorstellung eines Flammeninfernos aus, „einem Waldbrand, bei dem brennende Holzstücke und Stämme durcheinandergewirbelt werden. Entsprechend beginnt das Stück mit heftigen und perkussiven Klängen, doch werden diese Klänge nach und nach umgedeutet und in neue größere Texturen überführt.” Dass die Uraufführung des mit "flare" (dt.: Aufflackern) untertitelten Streichquartetts am 3. Februar durch das berühmte Arditti Quartet erfolgen wird, war für den Komponisten gleichermaßen Inspiration wie Herausforderung. Ort: London, Wigmore Hall

Am 22. Februar findet in Venezuelas Hauptstadt Caracas die Uraufführung von Fujikuras Orchesterstück "Tocar y Luchar" statt. Es ist für den aus Venezuela stammenden Dirigenten Gustavo Dudamel zu dessen 30. Geburtstag komponiert; unter seiner Leitung spielt das Simon Bolivar Youth Orchestra. Bei der Vorarbeit zu "Tocar y Luchar" recherchierte Fujikura über „El Sistema”, ein öffentliches Förderprogamm für sozial benachteiligte Kinder. Den Kindern wird durch dieses Programm ermöglicht, ein Musikinstrument zu erlernen und in einem Orchester zu spielen: „Ich entschied, dass mein kompositorisches Konzept ähnlich wie ein Vogel- oder Fischschwarm angelegt sein sollte. Viele kleine Vögel fliegen gemeinsam und verschmelzen zu einem einzigen großen Vogel. Ich hielt es für eine großartige Idee, da ich denke, dass auch in 'El Sistema' viele Kinder unterschiedlichster Herkunft und mit verschiedenstem Hintergrund zusammenkommen. Sie alle versammeln sich an einem Ort und machen wie ein einziger Organismus Musik. Das ganze Stück ist eine einzige Melodie, die aus vielen kleinen Phrasen zusammengesetzt ist. Manchmal erklingen diese gleichgerichtet, manchmal in kontrapunktischer Bewegung, jedoch immer verbunden zu einer einzigen großen Phrase.”


Sergej Newskis 3. Streichquartett auf Tournee

„Newski schafft es, mit fast lautlosen Pizzicati das Gefühl von Klangflächen zu suggerieren und einen fast nicht existierenden Ton über Pausen hinweg klingen zu lassen.” So beschreibt Barbara Kuster, Violinistin im Asasello Quartett, was sie an Sergej Newskis etwa dreizehnminütigem 3. Streichquartett besonders fasziniert. Das in Köln beheimatete Asasello-Quartett gab das Werk 2009 bei Newski in Auftrag, führte es im selben Jahr mehrmals auf und ist derzeit wieder damit auf Tournee. Die Termine im Februar: 4.2. Finnentrop-Bamenohl / 6.2. Herdecke / 9.2. Siegen / 13.2. Bonn / 15.2. Köln / 23.2. Witten / 25.2. Essen-Borbeck

Nähere Informationen unter: www.asasello-quartett.eu


Enno Poppe: Finnische Erstaufführungen

Das finnische Neue-Musik-Festival „Musica Nova Helsinki” feiert dieses Jahr sein 30jähriges Bestehen und wählte als Schwerpunkt Neue Musik aus Deutschland. Dabei stehen gleich mehrere Werke von Enno Poppe im Programm. Am 8. Februar führt das Ensemble musikFabrik "Tiere sitzen nicht. Bühnenmusik für 200 Instrumente" von Enno Poppe und Wolfgang Heiniger auf.  Am 9. Februar interpretiert die musikFabrik unter der Leitung von James Wood Poppes "Knabenträume" (1995) für Ensemble und erkundet dabei Landschaften der Erinnerung und des Unterbewusstseins. Beide Konzerte beginnen um 19 Uhr und finden in der Finnischen Nationaloper statt. Am 11. Februar kommt es zu einer Aufführung von "Markt" für großes Orchester durch das Finnische Radio-Symphonie-Orchester unter der Leitung von Roland Kluttig.

Nähere Informationen unter: www.musicanova.fi


Gewohnt Ungewohntes von Nikolaus Brass

Der Komponist Nikolaus Brass hat es sich zur Aufgabe gemacht, scheinbar Überkommenes neu zu überdenken und Fremdes oder gar Befremdliches in einen vertrauten Kontext zu stellen. Zu "unknown" (2010) für Sheng und Orgel schreibt der Komponist in Anlehnung an einen Ausspruch Theodor W. Adornos: „Dinge tun, von denen wir nicht wissen, was sie sind: In unknown geht es genau darum: um das 'Unbekannte', das in Interaktion mit dem 'Bekannten' tritt. Die chinesische Mundorgel Sheng und die große Orgel unserer Kirchenräume sind als 'Kult-Instrumente' miteinander verwandt, als Klangerzeuger aber denkbar unterschiedlich. Aus dieser Spannung entsteht das Stück.” "unknown" ist eine Auftragkomposition der Stadt München und der evangelischen Stadtakademie München, die am 5. Februar in München in der Erlöserkirche im Rahmen des Symposiums „Neue Musik – Neue Öffentlichkeit” uraufgeführt wird. Interpreten sind Michael Grill, Orgel und Xizhi Nie, Sheng.

Bei einem weiteren Stück lotet Brass ebenfalls bis dato wenig bekannte Klangwelten aus: SPUR für zwei Klarinetten und Streichtrio ist aus der Sonorität der Klarinetten entwickelt. Dabei habe ich mir ein System von Mehrklängen zu Nutze gemacht, das Beate Zelinsky und David Smeyers entwickelt haben. Da sie als Klarinetten-Duo auf zwei verschiedenen Griffsystemen spielen (Beate Zelinsky: deutsches System, David Smeyers: Böhm-System), ergeben sich in der Kombination eine Vielzahl subtiler Klangschattierungen. Reizvoll empfinde ich das Ausloten fragiler, in sich oszillierender Klänge, welche zusammengesetzt aus Teiltönen natürlicher Spektren das Ohr auf die Spur einer naturtönigen Stimmung bringen.” SPUR entstand auf Anregung des Klarinetten-Duos Zelinsky/Smeyers und des Trio Coriolis. Beide Ensembles bringen das Stück am 11. Februar im Kleinen Sendesaal des WDR Köln erstmals zu Gehör.

Auch beim Éclat Festival / Musik der Jahrhunderte in Stuttgart ist Nikolaus Brass mit einer Uraufführung vertreten: "Stimme und Tod" für sieben Stimmen, gesungen am 12. Februar von den Neuen Vocalsolisten Stuttgart. „Es wird textlos gesungen. Der einzig konkrete Text ist im Abschnitt, der mit 'Nichts' überschrieben ist (der aber stimmlos artikuliert wird). In Stimme und Tod geht es um die Strukturierung eines kreatürlichen Artikulations-Kontinuums vom stummen, also mimisch-gestischen Ausdruck bis zum differenzierten mehrstimmigen Gesang. Die einzelnen 'Stimmen' sind ebenso wie der 'Chor' Verkörperungen in diesem Kontinuum.”

Nähere Informationen unter: www.eclat.org


Morphologische Superlative: Jorge E. López’ "Dome Peak" in Essen

Am 12. Februar findet in der Essener Philharmonie die deutsche Erstaufführung von Jorge E. López’ spektakulärem "Dome Peak" für 82 im Raum verteilte Instrumentalisten (1991-1993) statt. 1993 wurde "Dome Peak", benannt nach dem gleichnamigen Berg im US-Bundesstaat Washington, in Deutschland uraufgeführt. Für die 2. Aufführung bei den Salzburger Festspielen 1997 wurde das Werk um weitere Einschübe ergänzt. Nun ist die vollständige Fassung erstmals in Deutschland zu hören, oder weiter gefasst: zu erleben. Denn López sagt selbst über seine Musik: „Meine Wurzeln liegen zum Teil in der westlichen Kunstmusik, zum Teil im Surrealismus (als Methode verstanden), in der Wissenschaft und in dem Erleben der wilden Natur.” Das WDR Sinfonieorchester Köln spielt unter der Leitung von Emilio Pomárico.


"Garten der Erkenntnis" von Samir Odeh-Tamimi

Nach den beiden abendfüllenden Kompositionen "Leila und Madschnun" und "Hinter der Mauer", die Samir Odeh-Tamimi in den vergangenen zwei Jahren komponiert hat, wendet sich der palästinensisch-israelische Komponist nun wieder kleineren Formaten zu, wobei er der Vokalmusik treu bleibt. In "Garten der Erkenntnis" (2010/11) für sechs Vokalsolisten und zwei Posaunen vertont er ein in der arabischen Welt berühmtes Gedicht gleichen Titels, das der persische Sufi-Meister Mansur al-Halladsch (*ca. 857) geschaffen hat. Al-Halladsch ist „zweifellos der berühmteste aller frühislamischen Mystiker” (A. Schimmel) und wurde im Jahre 922 in Bagdad wegen Ketzerei und Zauberei öffentlich hingerichtet. Die Uraufführung dieser etwa viertelstündigen Komposition findet am 13. Februar im Rahmen des Stuttgarter Eclat-Festivals im Theaterhaus statt. Die Interpreten sind die Neuen Vocalsolisten Stuttgart.


Mystik und Radikalität – Klaus Hubers „Kleines Requiem für Heinrich Böll” in Hannover

In zwei Konzerten, am 12. und 13. Februar, wird in der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH) Klaus Hubers "Kleines Requiem für Heinrich Böll" aufgeführt. Dieses Werk aus dem Jahr 1991 ist eine Reduktion seiner "Cantiones de circulo gyrante" (1985) auf lateinische Texte von Hildegard von Bingen.

Das Forum „Zeitpunkte” der HMTMH stellt an diesem Wochenende Musik des 15./16. Jahrhunderts Werken aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts gegenüber. Am 12. Februar spricht Klaus Huber über Hildegard von Bingen sowie über seine Begegnung mit Heinrich Böll. Ausführende sind das neue vokalensemble, der Konzertchor der HMTMH und banda casuale. Die musikalische Leitung hat Prof. Walter Nussbaum.


^

Nach oben