| Komponisten A-L Zeitgenössische Musik |
| Komponisten M-Z Zeitgenössische Musik |
| Komponisten/Autoren Bühnenwerke |
| Werke nach Gattungen/Genres |
| Werkausgaben |
| Instrumentalschulen und Unterrichtsliteratur |
| Kammeropern |
| Orpheus – der klingende Opernführer |
| Musikbücher, Wissenschaftliche Publikationen |
| Schnellsuche |

© 2010
G. Ricordi & Co. München
Diese Seite befindet sich im Aufbau, daher sind noch nicht alle Inhalte verfügbar.
Für Informationen zu den zeitgenössischen Komponisten bei Ricordi klicken Sie hier.
Alle lieferbaren Verkaufsausgaben finden Sie im Webshop.
Biografie | Werke | Diskografie | Werkbeschreibungen | Portrait
Unter den Komponisten zeitgenössischer Musik ist Heiner Goebbels eine singuläre Figur. Nach frühen rockmusikalischen Erfahrungen prägt die Studentenbewegung seinen künstlerischen Werdegang. In seiner soziologischen Diplomarbeit ("Zur Frage der Fortschrittlichkeit musikalischen Materials. Über den gesellschaftlichen Zusammenhang kompositorischer Maßnahmen in der Vorklassik und bei Hanns Eisler") findet er zu dem kategorischen Imperativ, der bis heute für ihn gilt: Komponiere stets so, daß du mit deiner Musik den Hörer nicht entmündigst. Musik reflektiert gesellschaftliche Realität, ihr Standort und ihre Haltung müssen immer neu bestimmt werden. Dazu verwendet Goebbels die unterschiedlichsten Gattungen und Besetzungen; die Spannweite reicht von Theater-, Film- und Ballettmusik bis zu Hörspielen und experimentellem Musiktheater.
Heiner Goebbels komponiert – nie ohne außermusikalischen Anlass – in enger Zusammenarbeit mit Autoren und Musikern, deren instrumentale Ausdruckskraft er nutzt. Seine Musik zielt immer unter die Oberfläche seiner Sujets und läßt sie mit anderen, entfernten Bedeutungsebenen in Spannung treten. Montage und Collage mit einkomponierten Freiräumen: Die Komposition setzt sich, nicht mehr beschreibbar, im Kopf des Hörers neu zusammen. Bei der Arbeit mit Texten (vor allem Heiner Müllers) erschließt er die Subtexte, die sich über die Tektonik und den Sprachrhythmus vermitteln. Häufig verwendet er populärmusikalische Verlaufsmuster, die er mit avantgardistischen Methoden funktionalisiert und radikal mit der 1982 gegründeten experimentellen Rock-Gruppe "Cassiber" ausformt. Obgleich ungewöhnlich produktiv, entgeht er, mit jedem Schritt anspruchsvoll-innovativ, einem Personalstil. Sein Gespür für attraktive und brisante Wirkungen sichert ihm seinen außerordentlichen Publikumserfolg.
Bernd Leukert