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Vom Menschen und seinen Abgründen: Olga Neuwirth bringt Herman Melville mit seinem Roman Moby Dick auf die Opernbühne

Anton Skrzypiciel und Trine Wilsberg Lund (Probenfoto von Hans Jörg Michel)
Anton Skrzypiciel und Trine Wilsberg Lund (Probenfoto von Hans Jörg Michel)

Premiere von „The Outcast” am Nationaltheater Mannheim am 25. Mai

Am 25. Mai 2012 wird am Nationaltheater Mannheim Olga Neuwirths neuestes Musiktheaterwerk "The Outcast" zur Uraufführung kommen. Die Regie sowie das Bühnenbild stammen von Michael Simon, international gefragter Regisseur und Hochschulprofessor für Bühnenbild an der Züricher Hochschule der Künste. Die Inspiration zu "The Outcast" lieferte der Schriftsteller Herman Melville, der wie kein Zweiter in seinem Werk der menschlichen Natur in ihrem unersättlichen Verlangen nach pragmatischer Nutzbarmachung der Welt nachspürt. Auch sein berühmtestes Werk Moby Dick ist viel mehr als ein Abenteuerroman und wurde in seiner Vielschichtigkeit zu einem der einflussreichsten Prosawerke der Moderne.

Zum Inhalt von The Outcast: Der alte Schriftsteller und Zollbeamte Melville lässt sein Leben Revue passieren. Er sinnt nach über seine Kindheit, das Schreiben, über Macht und Ohnmacht und das rätselhafte, unermessliche Meer. Immer stärker drängen sich ihm Fragen nach dem Menschen und seinen Abgründen auf. Dabei trifft Melville auf Figuren aus seinen eigenen Romanen, insbesondere aus Moby Dick. Trotz – oder wegen – der Suche nach tieferen geistigen Wahrheiten, die er in Analogien zwischen der menschlichen Seele und der unerbittlichen, aber schönen Natur aufzuspüren hofft, zielt das Begehren dieses Wissenden, aber Gescheiterten, letztlich nur auf „Heilung durch das Meer”.

Olga Neuwirth, eine der wichtigsten und vielfach ausgezeichneten Komponistinnen unserer Zeit, steht für avanciertes Musiktheater, das u.a. von filmischen Elementen beeinflusst ist. Dies zeigt sich in unerwarteten Schnitten, Überblendungen und Montagen. Dabei sucht die Komponistin mit ihren intermedialen Konzeptionen nicht etwa eine Synthese der Künste, sondern Raum für „schöpferische Fantasie, um der Sprachlosigkeit über die Irrationalität des menschlichen Daseins zu entkommen.”

Ihr erstes abendfüllendes Musiktheaterwerk "Bählamms Fest" (UA 1999 in Wien) wurde mit dem Ernst Krenek-Preis ausgezeichnet. Für die englische Version der Oper "Lost Highway" (UA 2002 in Graz) erhielt sie 2009 den South Bank Show Award. In beiden Fällen zeichnete die österreichische Schriftstellerin Elfriede Jelinek für das Libretto verantwortlich. Für "The Outcast" – eine Komposition in englischer Sprache – arbeitete Olga Neuwirth mit zwei Autoren zusammen: der österreichischen Schriftstellerin Anna Mitgutsch sowie dem Co-Autor des Drehbuches zu David Lynchs Film "Lost Highway", Barry Gifford. Im Œuvre dieses amerikanischen Schriftstellers finden sich sowohl Einflüsse des film noir als auch der Literatur der Beat Generation.

Die Mannheimer Produktion zeichnet sich durch eine hochkarätige Besetzung aus: So übernimmt die Diseuse Georgette Dee den Part des Schreibers Bartleby und der Countertenor Andrew Watts jenen des ersten Harpuniers Queequeg. Die Hauptrollen übernehmen die norwegische Sopranistin Trine Wilsberg Lund sowie der Schauspieler Anton Skrzypiciel. Der Videokünstler Lillevan steuert eine zusätzliche optische Ebene für das Bühnengeschehen bei. Die musikalische Leitung hat Johannes Kalitzke.

Weitere Aufführungen finden am 6., 13., 28. Juni und am 16. Juli 2012 statt.

Olga Neuwirth: The Outcast (2010)
Texts by Barry Gifford. With Monologues for OLD MELVILLE by Anna Mitgutsch. Arranged and adapted by Olga Neuwirth and Helga Utz. Additional texts by Lautréamont, Lewis Carroll, Herman Melville, Edward Lear, Walt Whitman selected by Olga Neuwirth
Besetzung: Ishmaela (hoher S). Old Melville (Sch). Ahab (Bar). Father Mapple (Sch). Queequeg (Ct). Bartleby (Chansonnier). Starbuck (Chorsänger). Stubb (Chorsänger). Pip (Kns). Ship's Carpenter (Sch). Knabenchor (24 St.) / Männerchor TBarB (8. 8. 8.) / 2 (Picc). 2. 2 (in Es. Bkl). 2 (Kfg). / 2. 2. 2. 1. / 2 E-Git. Akk. Key. Sam. 2 Schlzg. / 8. 8. 6. 6. 4. / elektron. Zuspielungen

Uraufführung: 25.5.2012 / Dauer: abendfüllend Sy. 4117 Part. / Kla. / Sti. / Tontr.

Weitere Informationen unter: www.nationaltheater-mannheim.de
Details: www.nationaltheater-mannheim.de/de/oper/stueck_details.php?SID=1091

Zweite Veröffentlichung in der Meyerbeer-Werkausgabe:

Skizze des Bühnenbildners Philippe Chaperon für die letzte Inszenierung von “Le Prophète” an der Grand Opéra, Palais Garnier 1897 (Paris: Bibliothèque-musée de l’Opéra). Die Skizze zeigt das Schlußbild der Oper: den Untergang der Anabaptisten in der von Jean selbst ausgelösten Explosion seines Palastes.
Skizze des Bühnenbildners Philippe Chaperon für die letzte Inszenierung von “Le Prophète” an der Grand Opéra, Palais Garnier 1897. Die Skizze zeigt das Schlußbild der Oper: den Untergang der Anabaptisten in der von Jean selbst ausgelösten Explosion seines Palastes.

Giacomo Meyerbeer: "Le Prophète". Opéra en cinq actes

Mit "Le Prophète" greifen Scribe und Meyerbeer – wie schon in "Les Huguenots" – erneut zu einem religionsgeschichtlichen Stoff: der Wiedertäuferbewegung des 16. Jahrhunderts. Der von Sektierern und Eiferern entfachte Konflikt bietet dem Dramatiker die Möglichkeit für Massenszenen und groß angelegte Chöre. Die Personen der Handlung geben Anlass zu zeitkritischen Parallelen: heuchlerische Verführer, der falsche Prophet, die zügellosen Gesellen, die man die Sozialisten des 16. Jahrhunderts nennt, reaktionäre Fürsten, feile Spitzel und das entmündigte Volk. Neue Wege beschreitet Meyerbeer in der Instrumentation: So intonieren im V. Akt dreifach geteilte Kontrabässe dissonante Akkorde, die wie ein drohendes, diffuses Geräusch wirken. Ein formales Großkonzept verzahnt heterogene Strukturen und schafft abseits von tradierter Nummernfolge ausladende Spannungsbögen. Höhepunkt der Tableaukomposition ist die Domszene im IV. Akt: Mittels einer multiperspektivischen musikalischen Montage gelingt Meyerbeer eine einzigartige Durchdringung von spectacle und drame.

Im Rahmen der Giacomo-Meyerbeer-Werkausgabe liegen nun Partitur (4 Bände und kritischer Bericht) und Klavierauszug vor. Die kritische Ausgabe basiert auf dem Autograph und dem Erstdruck sowie autographen Materialien (Kraków und Paris). Hinzu kommen Fragmente und Werkteile, die in der Bibliothèque de l'Opéra Paris aufgefunden wurden und hier erstmals veröffentlicht werden.

Weitere Informationen zum Werk finden Sie hier…

Giacomo Meyerbeer Werkausgabe, Abteilung 1 (Bühnenwerke), Band 14:

Le Prophète. Opéra en cinq actes.

Herausgegeben von Matthias Brzoska. Unter Mitarbeit von Andreas Jacob und Fabien Guilloux

Folgende Ausgaben des Werks sind erhältlich:

Komplett (Partitur, Supplement, krit. Bericht, Klavierauszug; 7 Bde.)
Sy. 5602-kpl
2.936,00,00 € (inkl. MwSt.)
Subskriptionspreis: 2.496,00 €

Partitur (inkl. Supplement und krit. Bericht; 5 Bde.)
Sy. 5602/01
2.325,00 € (inkl. MwSt.)
Subskriptionspreis: 1.976,00 €

Klavierauszug
Sy. 5602/03
612,00 € (inkl. MwSt.)
Subskriptionspreis: 520,00 €

Kritischer Bericht
Sy. 5602-KB
141,00 € (inkl. MwSt.)

Die Subskription der Meyerbeer-Werkausgabe ist noch möglich. Details dazu hier…

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+++ Vom Menschen und seinen Abgründen: Olga Neuwirth [Foto] bringt Herman Melville mit seinem Roman Moby Dick auf die Opernbühne – Premiere von „The Outcast“ am Nationaltheater Mannheim am 25. Mai 2012 +++ On humankind and its darkest depths: Olga Neuwirth [Photo] brings Herman Melville to the opera stage with his novel, Moby Dick – Premiere of "The Outcast" at the National Theatre Mannheim on May 25, 2012 Meldungen Mai

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