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| 2013 | 05 | Zinsstag |
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G. Ricordi & Co. München
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Eine Vorliebe für spezielle Klang- und Resonanzeffekte verrät eines der aktuellen Hauptwerke von Gérard Zinsstag: "Seul, l’écho" (2012) für Mezzosopran (oder Alt) und Kammerensemble, das am 1. Juni 2013 vom Athelas Sinfonietta Ensemble beim Klang Copenhagen Avantgarde Music Festival (Leitung: Pierre-André Valade) uraufgeführt wird. Die Partitur schreibt dem Schlagzeuger unter anderem vor, auf speziellen Resonatoren zu spielen, die auf Anfrage vom Komponisten für Aufführungen bereit gestellt werden. Vertont wird in Seul, l’écho ein eigens für dieses Werk geschriebener Text des 1951 geborenen französischen Dichters Joël-Claude Meffre. Auch sein Gedicht kreist um das Thema des Erklingens von Stimmen und Echos, aus der Stille, aus der Ferne, aus der Erinnerung. Am Ende verdichtet sich das musikalische Geschehen zu einem auskomponierten „Tohuwabohu”, um abschließend die bange Frage in den Raum zu stellen: „Wird von alledem ein Echo bleiben?“
Die in Seul, l’écho beschworene existentielle Dimension von Musik prägt auch die zweite im Jahre 2012 vollendete Komposition, mit der Zinsstag sich auch heute gewichtigen Inhalten und Ausdrucksformen zuwendet: Eskatos für Vokalensemble, vier Blechbläser und zwei Schlagzeuger, komponiert für das Ensemble Musicatreize und dessen künstlerischen Leiter Roland Hayrabedian. In diesem Werk vertont Zinsstag Ausschnitte aus der Apokalypse des Johannes und verbindet diese mit eigenen, teils von Günther Anders inspirierten Texten über das fatale, da ausbeuterische Verhältnis der Menschheit zu ihrem Heimatplaneten Erde. Das etwa 25-minütige "Eskatos", von dem auch eine eigenständige deutsche Fassung vorliegt, wird seine Uraufführung 2014 in Marseille erleben.
Seul, l’écho: Partiturseite 1
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